Vorraussetzungen
• Mindestalter 14 Jahre
• Einverständniserklärung der Eltern bei Minderjährigen
• Fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis
• Auszug aus dem Verkehrszentralregister
• Polizeiliches Führungszeugnis
• Mitgliedschaft im Verein
Der Verein lebt durch die Aktivität seiner Mitglieder.
Die besten Vorraussetzungen zum Fliegen sind die Begeisterung für diese Sportart und der Gemeinschaftssinn.
Segelfliegen ist ein Mannschaftssport. Alleine ist noch keiner in die Luft gekommen.
Wie läuft die Ausbildung
Nach den Entschluss Segelfliegen lernen zu wollen ist alles ganz einfach:
Unterlagen mitbringen und los geht's !
Samstags ab 13:00 Uhr und Sonn- und Feiertags ab 10:00 Uhr treffen sich die Schüler zum Ausräumen vor der Halle, Flugzeuge werden verteilt und der Schulbetrieb wird besprochen, die notwendigen Geräte zum Flugbetrieb werden aufgebaut.
Der Flugbetrieb dauert in der Regel bis ca. 19:00 Uhr, dann wird eingeräumt.
Der erste Ausbildungsabschnitt
Der Lehrer sitzt auf dem hinteren Sitz, während der Flugschüler auf dem vorderen Sitz die elementaren Dinge der Fliegerei lernt:
- das Geradeausfliegen,
- das Steuern des Flugzeugs sowie, das anfangs natürlich Schwierigste,
- den Windenstart und
- das Landen.
Auch das Verhalten in möglichen Gefahrensituationen wird immer wieder geübt. Nach ungefähr 60 - 80 Starts und regelmäßiger Teilnahme am Flugbetrieb dürften diese Lektionen schon nach ca. 4 bis 6 Monaten in Fleisch und Blut übergegangen sein.
Nun folgt das große Ereignis, der erste Alleinflug und damit die A-Prüfung: Der Fluglehrer hält sein Küken für flügge und wirft es daher aus dem sicheren Nest. Ganz bestimmt tut er das nicht aufs Geradewohl, denn er ist sich sicher, dass der Schüler die notwendigen Fähigkeiten hat. Ausserdem muss ein zweiter Fluglehrer zustimmen.
Es gibt wohl keinen Piloten, der diesen Augenblick und den ersten Flug allein in der Luft je vergessen hätte.
Zum Dank für diese kühne Heldentat erwartet den Alleinflieger nun ein alter Brauch:
Nach dem 3. Alleinflug werden ihm, gestützt und (fest)gehalten von seinem Fluglehrer, die Fliegerkameraden das Fell oder genauer den Allerwertesten kräftig gerben. Auch wenn es sich anders anfühlen wird - es ist ein eindeutiger Gunstbeweis! Zugleich wird das Hinterteil damit als feinfühliger Thermiksensor sensibilisiert. Es ist aber auch Ermahnung, mit dem Erlernten verantwortungsbewusst umzugehen.
Zweiter Ausbildungsabschnitt
Nach diesem ersten Alleinflug fliegt man unter Aufsicht des Fluglehrers überwiegend alleine, um Flugstunden und Erfahrung zu erlangen, aber auch um das Gelernte zu festigen, zu erweitern und zu verfeinern. Jetzt geht es darum, in der Luft die ersten steileren Kreise, Kurvenwechsel und Schnellflugübungen zu machen. Die B-Prüfung besteht dann aus drei Alleinflügen mit Kurvenwechsel und Rollübungen um die Längsachse. Zum Abschluss jedes Fluges ist eine Ziellandung angesagt, d.h. es muss in einen Bereich von 100 m ab der festgelegten Landestelle, dem Lande-T, aufgesetzt werden
Bis zur C-Prüfung wird nun vor allem das Thermikfliegen intensiv geübt, um auch mal länger als 5 Minuten in der Luft bleiben zu können. Mit dem Fluglehrer werden nun auch spezielle Flugtechniken wie z.B. Slip oder Hochgezogene Flugkurven geübt. Dann wird auch auf andere Flugzeugmuster umgeschult. Dazu gibt es einen anderen Doppelsitzer, die ASK21, um auch andere Flugeigenschaften und eine andere Sicht aus dem Cockpit kennen zu lernen, sowie die einsitzige Ka8 in unserem Verein. Die C-Prüfung besteht wieder aus drei Alleinflügen, bei denen weitere Flugfiguren wie hochgezogene Fahrtkurven und Kurvenwechsel vorzuführen sind, um anschließend die Landungen mit einem Slip abzuschließen.
Die Flugausbildung im näheren Platzbereich ist damit beendet. Jetzt wird mit dem Überlandfliegen begonnen. Überlandfliegen heißt, dass man sich so weit vom Flugplatz entfernt, dass ein einfaches Abgleiten der erreichten Höhe nicht mehr ausreicht, um den Platz wieder zu erreichen. Damit stehen nun andere Anforderungen im Vordergrund: Die bisher erworbenen fliegerischen Fertigkeiten müssen nun von selbst, fast unbewusst kommen, damit man sich auf die Navigation, die Orientierung und, ganz wichtig, die Beobachtung des Luftraums konzentrieren kann. Dazu gehören mindestens zwei Überlandflugeinweisungen mit Fluglehrer, der dabei zeigt, wie man solche Strecken zurücklegen kann, wie man navigiert, wie man unterwegs Thermik aufsucht und vor allem findet. Nicht zuletzt lernt man hierbei auch, was zu tun ist, wenn man die Thermik nicht findet: die Außenlandung.
Abgesehen vom Theorieunterricht, der Theorieprüfung und dem Funksprechzeugnis, fehlen zum Flugschein jetzt nur noch ein 50-km-Streckensegelflug und die praktische Prüfung, die abgelegt werden darf, sobald man insgesamt mindestens 30 Flugstunden gesammelt hat. Das Ganze dauert, wie gesagt, je nach Einsatz zwischen anderthalb und drei Jahre.
Die Theoriekurse beginnen normalerweise im Spätjahr an wechselnden Lokalitäten. Oft arbeiten die Vereine der Umgebung zusammen und jeder stellt einen Lehrer für einen Teil der Stunden. Die Flugschüler der umliegenden Vereine haben so eine gute Möglichkeit sich kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Dann kommt die theoretische Prüfung. Ist diese bestanden, folgen der 50 km Allein-Flug und anschließend die praktische Prüfung. Das war's.
Die Ausbildung ist erfolgreich beendet.
Der Aufwand ist nicht gering, aber die Faszination des Segelflugs kompensiert jegliche Mühe.
Nach dem Erhalt der Privatpilotenlizenz (PPL) mit dem Beiblatt C (Segelflug) stehen den Piloten entsprechend der jeweiligen Flugerfahrung auch die anderen Segelflugzeuge des Vereins zur Verfügung. Bei Interesse kann anschließend (oder auch später) die Ausbildung auf dem Motorsegler begonnen werden. Das bereits vorhandene fliegerische Wissen und Können strafft jetzt die Ausbildung natürlich entscheidend bei gleichzeitig geringeren Anforderungen. Über die Erleichterungen und den Ausbildungsablauf geben wir gern Auskunft. Die praktische Ausbildung wird auf unserem Motorsegler Super Dimona durchgeführt und kann mit Vollendung des 17. Lebensjahres begonnen werden.
Nach der bestandenen Prüfung kann jeder nach belieben sein Können erweitern:
- Streckenflug
- Gebirgssegelflug
- Kunstflug
- usw.
Wie viel Zeit muss ich investieren
Vom Beginn bis zum Flugschein dauert die Ausbildung etwa ein bis zwei Jahre. In dieser Zeit werden die Schulung mit Fluglehrer, Alleinflüge und im Winter der Theorieunterricht durchgeführt. Geflogen wird an Wochenenden und an Feiertagen, zudem gibt es ein bis zwei Fluglager (Ostern und Pfingsten bieten sich dafür besonders an) an denen dann vier Tage am Stück ausgebildet werden kann. Keiner muss täglich zur Ausbildung anwesend sein, aber es geht dann viel schneller, wenn die Schüler am Ball bleiben.